Programmvorschläge

PROGRAMMVORSCHLÄGE

Nadia Boulanger und ihre Schüler

Leonard Bernstein, Themes from Westside Story
Aaron Copland, Vitebsk, Study on a Jewish Theme (1928)
Philip Glass, Head on (1967)
Jean Francaix, Klaviertrio (1986)
Quincy Jones, Main Title aus „The colour purple“
Nadia Boulanger, Trois pièces für Cello und Klavier
Astor Piazzolla, Las Cuatro Estaciones Porteñas

Lehrer – Schüler

Gabriel Fauré, Trio d-Moll op.120
Lili Boulanger, D’un soir triste
Lili Boulanger, D’un matin de printemps
Camille Saint-Saëns, Trio e-moll op. 92

Robert Schumann – Wolfgang Rihm

Robert Schumann, Fantasiestücke op. 88, I. Romanze
Wolfgang Rihm, Fremde Szene I
Robert Schumann, Fantasiestücke op. 88, II. Humoreske
Wolfgang Rihm, Fremde Szene II
Robert Schumann, Fantasiestücke op. 88, III. Duett
Wolfgang Rihm, Fremde Szene III
Robert Schumann, Fantasiestücke op. 88, IV. Finale

Boulanger Trio & Omar Massa, Bandoneon

Astor Piazzolla und seine Einflüsse

Astor Piazzolla, Oblivion
Johann Sebastian Bach, Präludium und Fuge C-Dur BWV 553
Alberto Ginastera, Danza de la Moza Dolorosa
Nadia Boulanger, Trois pièces für Cello und Klavier
Sergei Rachmaninow, Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll
Astor Piazzolla, Adios Noniño und Fuga y misterio
Astor Piazzolla, Las Cuatro Estaciones Porteñas

Boulanger Trio & Andrè Schuen, Bariton

Folk Songs

Ludwig van Beethoven, Trio G-Dur op. 121a, „Kakadu-Variationen“
Benjamin Britten, Folk Songs
Frank Martin, Trio sur des mélodies populaires irlandaises (1925)
Ludwig van Beethoven, Schottische und Irische Lieder für Bariton und Klaviertrio

Boulanger Trio & Johann von Bülow

Tucholsky in Schweden

Im „roten Schloss“ spielt Tucholskys Novelle „Schloss Gripsholm“. Doch die Sommerliebe in Gripsholm zwischen Peter und Lydia ist nicht nur unbeschwert. Gripsholm hat auch dunkle Farben, erdet Berliner Schnauze mit plattdeutschen Einsprengseln, birgt literarische Kabinettstückchen wie die Schilderung grausamer Rituale im antiken römischen „Circus Maximus“.
Musikalisch ergänzt mit Werken aus der schwedischen Romantik wird der Abend zum Skandinavien-Erlebnis.

Der Alte Mann und das Meer

Zwei Tage nachdem er aus einer Klinik, in der er wegen Depressionen behandelt worden war, entlassen wurde, erschoss sich der Pulitzer- und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway am 27. Juli 1961. Seine Erzählung „Der Alte Mann und das Meer“ kann als ein Gleichnis für ein mühseliges Dasein verstanden werden, dessen Sinn nicht allein durch äußere Siege und Anerkennung bestätigt werden muss. Musikalisch kommentiert wird die weltberühmte Erzählung unter anderem mit Musik von Astor Piazzolla, der in seiner Freizeit gerne Haie fischte.

1914 – 1918 In der Schule wurden die Bänke leer
Eine musikalisch – literarische Erinnerung

In Klang und Wort setzen sich das Boulanger Trio und Schauspieler Johann von Bülow mit dem Ersten Weltkrieg auseinander, der als der Große Krieg in die europäische Erinnerung eingegangen ist. Groß im Ausmaß des Leidens, gigantisch in der Dimension des massenhaften Tötens, unsäglich in seiner Sinnlosigkeit. Die Künstler haben musikalische und literarische Werke ausgewählt, die dies inhaltlich wie zeitlich widerspiegeln.

Boulanger Trio & Ulrich Noethen & Hans von Trotha

A Sentimental Journey

BoulangerTrio_Duefelsiek_0040smallEin Abend, der sich um den irisch-englischen Autor Laurence Sterne dreht. Sterne, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts den modernen Roman erfunden hat, gilt als einer der kühnsten Experimentatoren der Literaturgeschichte.
In der National Portrait Gallery hängt ein Bild von Sterne gegenüber einem von Georg Friedrich Händel. Sie repräsentieren das England jener Jahrzehnte – der eine literarisch, der andere musikalisch – und wenn sie zusammenkommen, entsteht das London jener Zeit, sinnlich für alle erlebbar, noch einmal. Sinnlichkeit ist ein wichtiges Stichwort. Sterne versucht, uns über seine Texte vielerlei Emotionen zu vermitteln, sie für uns erlebbar zu machen – so wie es Musik tut. Die Musik dieses Abends ist ein Echo auf diese Texte, etwa wenn die Musikerinnen des Boulanger Trios anlässlich der Erfahrung des Todes, für die Sterne in seinem Buch radikal moderne Mittel findet, Musik von von Arvo Pärt findet. Wenn Sterne, statt es einfach zu erzählen, von seinen Lesenden wissen will, wie wohl die Schönste aller Frauen aussehen mag, ertönt Franz Schuberts „Adagio Es-Dur D 897, Notturno“. Der Echoraum der Musik ist weit bei diesem ungewöhnlichen Autor, der die Sprache und die literarischen Mittel stets erweitern wollte, – und so, wie der Text auf jeder Seite für eine Überraschung gut sein kann, so gibt es auch eine angemessene musikalische Replik.