Mittelbayerische Zeitung, 6. Juli 2009

Drei Damen, die herrlich singen

"Zum Schluss das Klaviertrio H-Dur (seltsamerweise in Moll schließend) op. 8 von Brahms, der geniale symphonische Kammermusikstreich des 21-Jährigen, der im selben Jahr (1854) von Robert Schumann prophetisch als der Musiker der Zukunft gepriesen wurde. Wie das Boulanger Trio dieses Werk zelebrierte, in leicht zurückgenommenem Tempo des Kopfsatzes die heikle Akustik aushebelte und die nachfolgenden Sätze klanglich wie dynamisch durchgestaltete, zeigte, dass die drei jungen Damen mit Recht zu den Großen ihres Faches zählen. Herausragend das Scherzo, dessen Thema wie ein Mendelssohnscher Feenreigen vorüberhuschte und das herrlich gesungene Trio."
Gerhard Heldt



klassik.com, 24. Mai 2009

Ausdrucksvolle französische Klaviertrios

"Nach seiner Einstandsplatte legt das 2006 gegründete Boulanger Trio nun bereits seine zweite Einspielung vor. Wie bei der ersten handelt es sich um eine ebenso durchdachte wie gelungene Werkzusammenstellung, für die der aus dem Popmusikbereich herüber genommene Begriff Konzeptalbum allzu kühl wirkt, gemessen an dem farbig-schillernden Inhalt. War es bei der der ersten Aufnahme Schumann als roter Faden (Clara und Robert Schumann bis Wolfgang Rihm), so wird hier das Verbindende bereits im Albumtitel genannt: ‚French Piano Trios‘. Auch diesmal schlagen die drei jungen Frauen des Boulanger Trios einen großen, logischen und musikalisch überzeugenden Bogen. Von Camille Saint-Saëns über Gabriel Fauré zu Lili Boulanger, neben ihrer Schwester Nadia Namensgeberin der Trioformation. Dieser Brückenschlag ist musikhistorisch einleuchtend, lassen sich doch direkte Verbindungen zwischen den Komponisten bzw. der Komponistin erkennen. Doch musikhistorischer Konnex hin oder her – die Werkzusammenstellung überzeugt vor allem, weil das Boulanger Trio drei ganz ausgezeichnete, hoch interessante und zweifelsohne sehr ausdrucksstarke Werke zusammengestellt hat.

Schon der Einstieg in den Kopfsatz von Camille Saint-Saëns‘ Trio Nr. 2 e-Moll op. 92 entfacht einen ganz eigenen Zauber. Angefangen von dem im Klangbild mittig postierten Klavier reichen sich die Geige von links und das rechts disponierte Cello die samtig abgetönten Klänge weiter. Es entsteht ein Klangwoge, die langsam, mit einem bruchlosen Legato von einer zur anderen Seite schwappt. [...]
Karla Haltenwanger am Klavier, die Geigern Birgit Erz und Ilona Kindt am Cello entfalten eine von hoher Spannung geprägte Atmosphäre. Die Abstimmung zwischen den drei Instrumentalistinnen ist vorzüglich, der Klangfarbenreichtum immens. Das im ungewohnten Fünfer-Takt gehaltene ‘Allegretto’ wird mit Schwung ausgespielt; etwas irritiert von dem ungeraden Metrum, überlässt man sich als Hörer gerne dem kernigen Klang des Boulanger Trios. In den beiden folgenden Sätzen entfalten die drei Frauen einen sehr dichten, dynamisch fein abgestuften Klang. [...]
Ehe die drei Damen des Boulanger Trios zwei Stücke ihrer Namenspatronin auf hoch expressive Weise zum Leben erwecken, erkunden sie in Gabriel Faurés d-Moll-Trio op. 120 aus dem Jahr 1923 den eher filigran disponierten Satz. Dass die geradezu hymnischen Passagen hier aber ebenso zu ihrem Recht kommen und strahlend ausgesungen werden, trägt zu der überzeugenden Darstellung des Boulanger Trios bei. Auch hier ist das Spiel mit Klangfarben und -nuancen erstaunlich, die Balance zwischen den Instrumenten erstklassig.

Einen veritablen Schlusspunkt – wohl eher ein Ausrufezeichen – setzt das Boulanger Trio abschließend mit Lili Boulangers ‘D’un soir triste’ und ‘D’un matin de printemps’, beide aus dem Jahr 1918. Das erste Stück scheint vollgesogen mit den Leiderfahrungen des Ersten Weltkriegs. In der Mitte einen gewaltigen Trauermarsch entfaltend ist es mit höchster Expressivität aufgeladen, zumindest in der Deutung durch das Boulanger Trio. Dass diese Ausdruckskraft nie vordergründig, bloß dargestellt wirkt, sondern eine ganz tiefe, authentische Wirkung zu entfalten vermag, ist den drei Musikerinnen zu danken. Den Abschluss dieser Einspielung macht das viel kürzere, heitere ‘D’un matin de printemps’, das die kompositorische Avanciertheit in eine fröhlich-unbeschwerte Klangoberfläche eingeprägt hat."
Tobias Pfleger



Harburger Anzeigen und Nachrichten, 6. April 2009

Reise durch die Welt des Trios

"Möge der Nachhall noch lange in den Räumen schweben: in der Schule an der Gumbrechtstrasse, die sich in Heimfeld ambitioniert, liebevoll und erfolgreich darum bemüht, Kultur und vor allem klassische Musik in der Region anzubieten, fand ein außergewöhnliches Konzert statt.
Die drei jungen Musikerinnen des Boulanger Trios hatten "alle Menschen ab sechs Jahren" in die Pausenhalle eingeladen. Die war fast voll besetzt, und tatsächlich waren auch zahlreiche Kinder unter den gebannt lauschenden Zuhörern.
[...] Abwechslungsreich gestalteten sie ihre "Reise durch die Welt des Klaviertrios von Joseph Haydn bis heute" und spielten einzelne Sätze von Haydn, Mozart, Brahms, Ravel und vom lettischen Komponisten Peteris Vasks. Dessen "Misterioso" aus "Episodi e canto perpetuo" glich einer spannenden Geschichte mit minimalistischer Tongebung. Es klang wie eine leise, schaurige Krimi-Untermalung. Da spitzten alle Jung und Alt die Ohren.
Nach der Pause folgte das ungekürzte Klaviertrio H-Dur Opus 8 von Johannes Brahms in einer atemberaubenden, meisterhaften Interpretation. Die drei jungen Damen bildeten eine harmonische Einheit und verständigten sich aufmerksam durch Blickkontakte. Von technischen Schwierigkeiten keine Spur. Zarte instrumentale Streicheleinheiten, gesangliche Kantilenen und aufbrausende Klangfülle die Palette des Ausdrucks war immens.
Das Publikum folgte diesem leidenschaftlichen Musizieren genauso konzentriert - das Fallen einer Stecknadel wäre zu hören gewesen - und dankte mit langem Applaus."
Traute Scheuermann



Coburger Tageblatt, 10. März 2009

Klangzauber mit Tiefenschärfe

"Schon bei der Interpretation dieses dreisätzigen Werkes  [Trio d-Moll von Gabriel Fauré] demonstrierte das Boulanger Trio ebenso sein frappierend homogenes, technisch stets souveränes Zusammenspiel wie sein sensibles Stilgefühl.
Mit ihrer nuancenreichen Deutung ließen Karla Haltenwanger, Birgit Erz und Ilona Kindt jedenfalls ganz selbstverständlich hörbar werden, dass Fauré am Ende seines langen Komponistenlebens gewiss kein Avantgardist war, seine romantisch gefärbte Tonsprache freilich mit manchen klanglichen wie formalen Neuerungen durchaus anzureichern wusste. Vor allem aber gelang es den drei Künstlerinnen, die stets fließenden Übergänge, die Faurés d-Moll Trio auszeichnen, in weich phrasierte Bögen zu übersetzen. Klangliche Fülle und Intensität des Ausdrucks verbanden sich in dieser Interpretation stets in bester Balance.  Längst hat sich das Konzertpublikum auch in Coburg daran gewöhnt, dass junge Kammermusikensembles akribische Sorgfalt der Einstudierung und packende Gestaltungskraft scheinbar selbstverständlich zu verbinden wissen. Beim Boulanger-Trio kam da freilich noch eine erstaunliche interpretatorische Reife hinzu.
Das Spiel des Boulanger-Trios kennt keine behagliche Routine, lässt sich nicht hinwegreißen vom eigenen Elan, sondern bleibt bei aller Kraft des Ausdrucks doch zugleich stets beherrscht und weiß die interpretatorischen Mittel klug abgestuft einzusetzen. Zwei Triosätze von Lili Boulanger [...] gerieten dem Boulanger Trio dann zum eindringlich formulierten Pladoyer für die 1918 im Alter von nur 24 Jahren verstorbene Komponistin. Klangsinnlichkeit und klare Konturierung verbinden sich in beiden 1918 entstandenen Werken auf sehr nachdrückliche und überzeugende Weise.
Das anspruchvollste Werk des Abends stand nach der Pause mit Maurice Ravels a-Moll Trio auf der Vortragsfolge. Das 1914 entstandene und 1915 uraufgeführte Trio ist gekennzeichnet durch die Verbindung von formaler Strenge und faszinierendem Klangfarbenreichtum. Dem Boulanger Trio gelang eine durchgehend ausdrucksintensive, nuancenreich präzise Deutung. Konturenschärfe und lebendig atmende Phrasierung verbanden sich mit scheinbar müheloser Souveränität."
Jochen Berger



Neue Presse, 11. März 2009

Ein Trio für Ohren und Augen

"Neu und vielseitig, subjektiv und impulsiv wie die Musik der Jahrhundertwende um 1900 war auch das Boulanger-Trio am Montag im Konzertsaal der HUK zu bestaunen.
Mit präzisester Technik und einfühlsamen Einwürfen entwickelten die Künstlerinnen ein Crescendo a trois, das im „Allegro ma non troppo“ furios endet; in einem spirituellen, dennoch energischen und nervigen „Andantino“ sangen die Streichinstrumente die Melodie der zeitgenössischen Tristesse in den Pariser Salons.
Asiatisch angehaucht und meditativ spielte das Trio eine Melange aus Ruhe, Spannung und Kraft. Gelebter und komponierter Existenzialismus pur. Es endet im Nichts.
Zwischen butterweich in Flaum gebettet sangen die Streichinstrumente „Modéré“ bis zu reinsten Flageolett-Klängen und zum Verklingen. Dazwischen ekstatische, aufwühlende Rhythmen und flammende leidenschaftliche Themen, gepaart mit Pizzicato und Staccato zu reiner Melodienfreudigkeit des Piano. „Assez vif“ geht es daher schon im moderaten Teil zu. Doch das „Pantoum“ legt motorisch expressiv noch einen Zahn zu. Die „Passacaille: Très large“ bringt buddhistische Ruhe in den Wechsel der Gefühle und führt zu einem furiosen Finale. „Animé“! Das musste man den drei Damen nicht extra sagen. Das verkörperten sie. Mit pfiffigen Arpeggios und Trillern steckte Birgit Erz auf der Geige alle an. Virtuosität als Lebensfreude und als Weltmusik vermittelten Ravel und das Boulanger Trio."
Dr. Peter Müller



klassik.com, 17. Januar 2009

Gelungener Brückenschlag

"Schlägt man das Booklet vorliegender Einspielung des Boulanger Trios, einer Neuerscheinung aus dem Hause Ars Produktion, auf, so sind dort die lobenden Worte Wolfgang Rihms zu lesen: „So interpretiert zu werden, ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum.“ Die Vorschusslorbeeren des Komponisten lassen freilich die Erwartungen des Hörers an das Boulanger Trio in die Höhe schnellen. Denn könnte man Rihms Aussage wohl auch dem Ehepaar Schumann nachträglich und guten Gewissens in den Mund legen?
Man kann. Denn den drei Frauen des Boulanger Trios gelingt mit der Aufnahme der g-Moll-Trios von Clara bzw. Robert Schumann und Wolfgang Rihms „Fremde Szene III“ ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der als höchst gelungen bezeichnet zu werden verdient. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Verbindung von alter Musik und Moderne nicht selten bemüht und unangenehm angestrengt wirkt. Hier aber treten die Verknüpfungen zwischen Schumann und Rihm offen zutage (auch wenn diese, so meine Hörempfindung, über einen, unsicht- bzw. unhörbaren ‚dritten Mann’ verläuft).
Drei verschiedene Musiziergesten
Eines der faszinierendsten Momente der Einspielung des Boulanger Trios liegt darin, dass die drei Musikerinnen für jedes der drei aufgenommenen Klaviertrios einen eigenen Musiziergestus kultivieren. Wie von den Musikerinnen im angenehm persönlich gehaltenen Booklettext angeführt, richtet sich Clara Schumanns g-Moll-Trio op. 17 aus dem Jahr 1846 noch an ein Publikum (gehobener) Hausmusik. Wenn auch die Anforderungen an jede einzelne Stimme nicht als gering zu bezeichnen sind, so bewegt sich doch die expressive Amplitude dieses Trios in dem für das bürgerliche Musizieren im häuslichen Kreis angemessenen Rahmen.
Karla Haltenwanger (Klavier), Birgit Erz (Violine) und Ilona Kildt (Violoncello) tun folglich gut daran, Clara Schumanns Trio nicht mit üppiger Expressivität zu überlasten. Dennoch ist die klangliche Realsierung des Boulanger Trios sehr abwechslungsreich, voller feiner Nuancen (vor allem in der Klangfarbengestaltung der Streicher) und von hoher Subtilität in der Abstimmung der Einzelstimmen. Wie im ersten Satz das Klavier mal Hintergrundflächen malt, mal prägnant sich in den Vordergrund spielt und dann wieder abtaucht, ist große kammermusikalische Interaktion. Und dass selbst im Rahmen häuslicher Musikpflege durchaus dunkle Untertöne mit lyrischen Inseln abwechseln können, Kontraste auftreten dürfen, scharfe Konturen heraustreten können, zeigen die drei Musikerinnen auf überzeugende Weise, vor allem in den Ecksätzen.
Erheblich geweitet wird die expressive Amplitude dann in Robert Schumanns spätem g-Moll-Trio op. 110 aus dem Jahr 1852. Das Boulanger Trio schlägt hier einen ganz anderen Ton an, eine viel stärker nach außen gewendete Haltung. Vor allem die intrikate Abstimmung der Einzelstimmen gelingt den Musikerinnen auf sehr anregende Weise. Feine dynamische Abstufungen, manche Flexibilität in der Tempogestaltung und farbliche Differenzierung schaffen eine ausdrucksvolle Realisierung der Schumannschen Kleinteiligkeit, bei der man stets den Eindruck hat, ihm falle, da er einen Takt geschrieben hat, zu diesem gleich wieder Neues ein, das dann wiederum Neues zeugt usw. Das Reihende wird durch wiederkehrende Motivik oder Allusionen immer an der Leine geführt, um nicht allzu weit wegzustreunen. Und doch gibt es zahlreiche Stimmungsumbrüche, Wegänderungen, Ausreißversuche, zumal in dieser beeindruckenden Interpretation des Boulanger Trios. Besonders überzeugend gelingt die Ensemblekommunikation und –abstimmung, die das Ideal kontinuierlicher höchster Transparenz zugunsten einer (in jeder Satzphase überzeugenden) Hierarchisierung der Einzelstimmen zurückdrängt.
Noch ausgeprägter wird die Espressivo-Haltung des Trios dann in Wolfgang Rihms „Fremde Szene III“ mit ihren Anspielungen auf Robert Schumann. Die drei Musikerinnen werden dabei jedem Element des Stücks gerecht: Dem traumhaft-schwelgenden der Flageolett-Klänge, dem musikantisch rhythmisch Polternden, den zackigen, dissonanten Gesten. Gerade im Mittelteil scheint die Verbindungslinie von Schumann zu Rihm über die Zwischenstation Schostakowitsch zu verlaufen. Nicht wenig erinnert die Kontrastierung von abgrundtiefer Klage und (hoch ambivalenter) stürmischer Bewegung an Schostakowitschs zweites Trio op. 67. Von den drei Musikerinnen des Boulanger Trios werden die verschiedenen Stimmungen bestens eingefangen, oftmals nicht nur hart gegeneinander gestellt, sondern übereinander geschichtet.
Klanglich werden alle Feinheiten Clara Schumanns bis zu den Eruptionen Rihms sehr gut abgebildet. Die Realisierung hält die Waage zwischen direkter, einzelstimmenbetonter Klangabnahme und rundem Ensembleklang. Insgesamt also eine vollauf überzeugende Einspielung."
Tobias Pfleger



Seesener Beobachter, 18. Dezember 2008

Wunschtraum

"Die drei Musikerinnen spielten sich auf charmante und gefühlvolle Weise in die Herzen der Zuhörer. [...] Wolfgang Rihm schrieb eins in einem Brief an das Boulanger Trio: "So interpretiert zu werden, ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum." Ein Traum, den das Trio mehr als erfüllte."
Dagmar Hoffmann



Heilbronner Stimme, 4. Dezember 2008

Erfrischende Neugierde

"Ein Kribbeln liegt in der Luft beim letzten Perspektiven-Konzert des Jahres in den Städtischen Museen Heilbronn. Und Stille, Aufruhr, Widerspruchsgeist. Zu einer Art musikalischer Plastik verdichtet das Boulanger Trio die komplexen Motive Art-Oliver Simons. [...] Mit unorthodoxer Lust am Experiment und einer erfrischenden Neugierde nähert sich das Trio den Kompositionen."
mia



Elbe-Jeetzel-Zeitung, 1. Dezember 2008

Expression und Auflösung
Das brillante Boulanger Trio spielt in Tolstefanz Musik von Schönberg und Komponisten der Gegenwart

"Brillant und hochmusikalisch gespielt vom Bolanger Trio - Violinistin Birgit Erz, Violoncellistin Ilona Kindt und Pianistin Karla Haltenwanger basierten ihre Interpretation auf spielerischer Souveränität und auf Konsequenz, mit der sie die Interpretation des Stücks aus dessen Widersprüchen entwickelten."
T. Janssen



Generalanzeiger Bonn, 11. November 2008

Das Boulanger Trio begeistert

"Ohne Zugabe kam das Boulanger Trio nicht davon. Und die drei Musikerinnen, die auch optisch eine Augenweide darstellen, legten solch eine Spielfreude an den Tag, dass sie dem donnernden Schlussapplaus der Besucher des Kulturring-Konzerts gleich mehrere Beethoven-Kompositionen hinterher schickten."
oro



Cellesche Zeitung, 5. August 2008

Werk von Wolfgang Rihm wird zum Höhepunkt der Sommerlichen Musiktage

"...So wurde das emotional überrumpelnde, für Spieler und Hörer gleichermaßen anspruchsvolle Stück "Fremde Szene II" von Wolfgang Rihm zum Höhepunkt zeitgenössischer Tonkunst bei den diesjährigen Musiktagen. Und da spielte das Boulanger Trio so brillant wie mitreißend leidenschaftlich, dass man nur noch staunen konnte."
Reinald Hanke



Landeszeitung, 5. August 2008

Schubert-Abend mit Überraschungen

"Franz Schubert stand auch als letzter Beitrag auf dem Programm der Sommerlichen [Musiktage Hitzacker]. Das Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur präsentierte das famos aufgelegte Boulanger Trio. Die Musikerinnen lauschten intensiv in die vier Sätze, loteten Gegensätze, Charaktere und Motive aus. Ein Klang-Kosmos ergab sich, faszinierend und temperamentvoll ausgelegt mit fragilen Momenten. Ein Vortrag der Extraklasse, der vom Publikum bejubelt wurde."
hjr



Elbe-Jeetzel-Zeitung, 4. August 2008

Musik voll Sehnsucht und Spiel

"Es ist nicht unbedingt die Regel im Festivalbetrieb, dass es gelingt, nach einer kurzfristigen Absage eines Künstlers mit Hilfe anwesender Musiker ein dem geplanten ebenbürtiges Programm anzubieten. Und niemals geschieht das mühelos. Dass solche Mühen sich wirklich lohnen können, das machte das Abschlusskonzert der Sommerlichen Musiktagen am Sonntag deutlich: Trotz der Erkrankung der angekündigten Pianistin Delphine Lizé gab es im Verdo eine Sternstunde der Kammermusik. Ganz wesentlich verantwortlich dafür war die fulminante Interpretation, die das Boulanger Trio von Schuberts Klaviertrio Es-Dur (D 929) bot - eine Interpretation, bei der in jedem Moment die Inspiration funkelnde Blitze tanzen ließ. Karla Haltenwanger (Piano), Birgit Erz (Violine) und Ilona Kindt (Violoncello) spielten das Werk mit Delikatesse, mit schlankem und doch strahlendem Ton, mit federnder Rhythmik. Kontrastwirkungen realisierten sie dezidiert, aber unaufdringlich: der Melancholie der Trauermarsch-Kantilene des Andante con moto etwa stellten sie von Schärfe bestimmte Ausbrüche gegenüber. Das dem verspielte Gespinst des Scherzando-Kanons folgende Trio des dritten Satzes war dann schroff, musikantisch-wild gefärbt, der Allegro moderato-Schlusssatz verband Sehnsucht und Spiel. Als »Wunschtraum» hatte Wolfgang Rihm im Vorjahr in Hitzacker die Interpretation eines seiner Werke durch das Boulanger Trio bezeichnet - die profunde Souveränität des Ensembles, die für das Lob gesorgt hatte, bestimmte auch den Auftritt am Sonntag."
tj



Hannoversche Allgemeine Zeitung, 4. August 2008

Auf Stimmenfang

"...In dem Robert Krampe als diesjährigem „Composer in Residence“ gewidmeten Porträtkonzert musizierte das phänomenale Boulanger Trio zunächst Wolfgang Rihms von Schumann inspirierte „Fremde Szene II“ und dann Krampes „Trio II b“, ein zwischen Glocken- und Gongklängen des Klaviers von wispernden Streichern aufgehelltes Notturno, das seine Klangphantasie aus der Poesie Verlaines und Rimbauds ableitet."
Ludolf Baucke



Deutschlandradio Kultur, 7. März 2008

Einstand - Drei Frauen auf Erfolgskurs

Interview von Corinna Thaon



Neue Osnabrücker Zeitung, März 2008

Konzert in Bersenbrück

"Ohne die eigene künstlerische Identität aufzugeben, ordnen sich die jungen  Musikerinnen mit ganzer Hingabe der Musik unter und entwickeln dabei eine Kunst des Zusammenspiels, die den Zuhörer in Bann schlägt. [ ...]
Mit dem Stück "Svelto" des zeitgenössischen Komponisten  Matthias Pintscher (geb. 1971) taucht das Boulanger-Trio übergangslos in eine Musikwelt ein, die, vom Publikum noch unerhört, den Versuch unternimmt, den Zeitgeist in Töne zu fassen. Losgelöst von den Vorgaben herkömmlicher Klangästhetik, benutzt Klara Haltenwanger das mit Fremdkörpern präparierte Klavier, um Effekte zu erzeugen, die zwischen Klang und Geräusch eine Mischung aus Melodie und Rhythmus ergeben und im Zusammenspiel  mit Geige und Cello eine Sciencefiction-Welt  imaginieren, der sich der Zuhörer verstört ausgesetzt sieht. Atemberaubend jedoch zu hören und zu sehen, mit welcher Intensität die Künstlerinnen diese vertrackte Partitur mit schier schwerelosem Spiel zum Leben erwecken."
Hans Gerhard Heymel



Die Welt, 29. Januar 2008

Drei Musen beweisen: Clara Schumann komponierte unweibisch

"Ja, auch uns ist die romantische Seele nicht fremd - und entsprechend aufgewühlt verließen wir jüngst das Barlach Haus. Nicht, weil wir wieder einmal dem weiblichen Zauber erlegen waren (wozu es allen Anlass gab): Nein, es war vor allem das Spiel der drei jungen Damen des Boulanger Trios, die alle Ausdruckshöhen und -tiefen durchschritten und uns derart mitgenommen hatten. Voll Leidenschaft schienen Karla Haltenwanger (Klavier), Birgit Erz (Violine) und Ilona Kindt (Cello) die Seelengründe der Kompositionen ausforschen zu wollen. Draufgängerisch-eruptiv durchmaßen sie das g-Moll-Trio Robert Schumanns, während sie im Werk seiner Frau Clara den melodischen Reichtum voller Intensität auskosteten. Um dann den Abend mit Mendelssohns Opus 66 zu beschließen, dem sie nicht nur Ecken und Kanten verliehen, sondern im Andante zudem eine gar wunderbar melancholische Kantabilität."
jh



Dithmarscher Landeszeitung, 21. Januar 2008

Leidenschaftliche Frische in der Postel Villa

"Den Namen "Boulanger Trio" wird man sich merken müssen, liebt man die Kammermusik. Das junge Ensemble... nimmt sich der Werke der alten Meister mit einer Beherztheit an, einer leidenschaftlichen Frische, die sie in einem neuen Glanz erscheinen lassen.
Mit Joseph Haydns Trio in A-Dur eröffneten sie das Konzert und zelebrierten es als pure Lebenslust. Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass drei Vollblutmusikerinnen an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet hatten: sich die Tonsprache Haydns zu eigen zu machen."

Minne Rössler



International Piano, November/December 2007

Trondheim International Chamber Music Competition

"The Boulanger's Schubert Trio in E flat D 929 was the most insightful and compelling performance - the musicians played with intuition, control and a shared vision."
Chloe Cutts



Adresseavisen, Trondheim, 1. Oktober 2007

Trondheim International Chamber Music Competition

"Die deutschen Musikerinnen erweckten [ ...] den Eindruck, zu einem einzigen Klangkörper zusammengewachsen zu sein. Ihrem freudig spielerischen Schubert hörte man allzu gerne zu."
Trond Arne Pettersen



Die Welt, 3. August 2007

Sommerliche Musiktage Hitzacker

"Drei hochbegabte junge Kammermusikerinnen, deren Klaviertrio sich nach den französischen Komponistinnen-Schwestern Lili und Nadia Boulanger benennt, bereiteten Rihms leidenschaftlich nachforschender und aneignender Musik über Schumanns letztes Trio in g-Moll im Jagdschloss eine so unwiderstehliche Aufführung, dass sich Komponist, Intendant und Publikum einig waren: das Stück gehört zusätzlich ins Abendprogramm im Kurhaus-Saal."
Lutz Lesle



Hamburger Abendblatt, 4. August 2007

Sommerliche Musiktage Hitzacker

"Wunderbar auch, wie Wolfgang Rihm kurz danach von einer packenden Darbietung seiner "Fremden Szene III" durch das junge Boulanger-Trio so angefasst ist, dass das Stück spontan noch ins Abendprogramm aufgenommen wird."



Elbe-Jeetzel-Zeitung, 3. August 2007

Sommerliche Musiktage Hitzacker

"Wolfgang Rihms "Fremde Szene III", spontan ins Abendprogramm aufgenommen, steht idealtypisch für die Unmittelbarkeit, den emotionalen Extremismus, die Dramatik der Musik dieses Komponisten. Das Stück ist auch Musik über Musik, Musik über die eines Romantikers, über die Schumanns. »Zu ihm spüre ich Beziehungen», sagt Rihm. "Fremde Szene III" spiegelt die Zerrissenheit und Vielschichtigkeit in Schumanns Werk, setzt sie in einem permanenten Neubeginnen, in scharfen Kontrasten zwischen poetischer Ruhe und Eruption fort, treibt sie wieder und wieder auf die Spitze. Keine Sicherheiten, ein Spiel mit Extremen: Die Pianistin Karla Haltenwanger, die Violinistin Birgit Erz und die Cellistin Ilona Kindt ließen sich völlig auf diese aufstörende Klangwelt ein, setzten jeden Ton, jeden Stimmungswechsel in dieser Tour de Force so energisch wie präzise, verbanden Vehemenz und Musikalität. "



Harburger Anzeigen und Nachrichten, 27. Januar 2007

Mitreißende Kammermusik an der TU

"Das vor einem Jahr gegründete Boulanger Trio ist in der deutschen Kammermusik-Szene bereits eine feste Größe. In Harburg spielten die drei Damen als Einstieg das kurze, zweisätzige Klaviertrio c-Moll (Hob XV:13) von Joseph Haydn. Vor allem im bezaubernden Kopfsatz mit seinen Moll/Dur-Variationen zeigte das Trio sein Gespür für eine feinsinnige Rokoko-Stimmung"



General-Anzeiger Bonn, 8. November 2006

Konzert in Bonn

 „Dem Boulanger-Trio gelang eine temperamentvolle und spannungsgeladene Umsetzung, virtuos, rhythmisch präzise und klangreich.“
Barbara Pikullik