Warum heißt Ihr Boulanger Trio?

„Wir benennen uns nach den Schwestern Nadia Boulanger (1887-1979) und Lili Boulanger (1893-1918), zwei großartigen Persönlichkeiten aus einer Pariser Künstlerfamilie. Die ganze Familie war sehr musikalisch, die beiden Schwestern aber waren Ausnahmeerscheinungen. Nadia war eine der wichtigsten Pädagoginnen ihrer Zeit. Nicht nur als Theoretikerin, sondern auch durch ihre starke Liebe zur Musik und ihre charismatische Persönlichkeit hat sie Generationen von Komponisten und Interpreten geprägt.

Bei ihrer sechs Jahre jüngeren Schwester Lili zeigte sich sehr früh, dass sie eine außergewöhnliche Begabung als Komponistin hatte. Im Alter von 19 Jahren erhielt sie als erste Frau den renommierten Kompositionspreis Grand Prix de Rome.

Leider starb sie schon mit 24 Jahren an Tuberkulose. Trotz ihrer lebenslangen schwachen Konstitution bemühte sie sich jeden Tag sinnvoll zu nutzen und zu komponieren. Ihr Werk sprüht vor Vitalität und Leidenschaft und hat eine unermessliche Tiefe.

Es begeistert uns, wie Lili und Nadia in der Musik ihre Erfüllung gefunden haben und auch heute noch auf viele Menschen eine starke Faszination ausüben.“


Wie habt Ihr euch kennen gelernt?

Birgit: „Wir haben uns nicht wie die meisten anderen Ensembles während des Studiums getroffen, sondern gesucht und gefunden.“

Ilona: „Birgit und ich hatten uns zum ersten Mal im Sommer 2005 in einem anderen Ensemble kennen gelernt, das sich allerdings auflöste. Wir wollten aber unbedingt weiter zusammen spielen und machten uns auf die Suche nach einem Pianisten. Nachdem wir verschiedene ausprobiert hatten, bekamen wir schließlich über zwei Ecken Karla empfohlen. Ihr ehemaliger Lehrer Markus Becker hatte mir ihren Namen genannt, und ich war gleich sehr neugierig, wer sich dahinter verbirgt. Markus Becker meinte zwar, er würde sie erst fragen und sich dann melden. Da ich aber in solchen Dingen sehr ungeduldig sein kann, habe ich  Karla selber im Internet ausfindig gemacht und gleich angerufen.

Karla: Schon bei diesem ersten Telefonat hatten wir uns so viel zu erzählen, dass wir eine Dreiviertelstunde miteinander sprachen. Und am Ende des Gesprächs hatten beide ein gutes Gefühl. Als wir uns schließlich zu einer ersten Probe in Berlin trafen, war uns schon nach dem ersten Satz Beethoven c-Moll-Trio klar, dass wir ein Trio sein wollten.

Ilona: Zunächst haben wir wohl gemerkt, dass wir musikalisch harmonieren. Mittlerweile ist auch menschlich eine wunderbare Verbundenheit entstanden, in der wahrscheinlich unsere Stärke liegt.“