Ihr habt Euch als Trio gesucht und gefunden. Wieso seid Ihr in dieser Konstellation so erfolgreich? Was zeichnet Euer Zusammenspiel aus?
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Von der allerersten Probe an hatten wir alle drei spontan ein sehr gutes Gefühl. Wir haben uns einfach gut verstanden, sowohl musikalisch als auch menschlich. Es war auch von Anfang an klar, dass wir die gleichen Ziele haben, dass wir wirklich Klaviertrio spielen wollen und alles auf diese eine Karte setzen. Natürlich gab es am Anfang auch harte Zeiten, als wir noch nicht so viele Engagements hatten, aber wir haben damals gemeinsam durchgehalten und uns gegenseitig unterstützt. Wir sind alle drei mit so großer Leidenschaft dabei, und jede von uns bringt sich mit voller Kraft in das Trio ein. Ganz wichtig ist uns auch immer der gegenseitige Respekt gewesen: Wir schätzen einander sehr und vertrauen einander, und das äußert sich sicherlich auch in unserem Spiel. |
2006 wurde das Boulanger Trio gegründet, seitdem spielt Ihr in immer derselben Besetzung. Wie sah Eure musikalische Entwicklung der letzen Jahre aus?
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Als wir mit dem Trio anfingen, kannten wir einander noch gar nicht. Da wurde erst einmal viel gemeinsam geforscht und ausprobiert. Wir kommen auch alle aus ganz verschiedenen musikalischen Richtungen, das hat uns schon von Anfang an bereichert und inspiriert. Zu Beginn der gemeinsamen Laufbahn muss man sich an jeden Komponisten neu herantasten, die jeweilige Klangsprache neu entdecken. Im Gegensatz zum solistischen Spiel sind da ja auch noch zwei gleichberechtigte Partner, die genauso viel zu sagen haben! Mittlerweile haben wir natürlich bei vielen Komponisten unsere gemeinsamen Erfahrungen. Wir finden uns schneller in den jeweiligen Klang, in die Tonsprache hinein. Außerdem nähern wir uns immer mehr und immer wieder neu unserem Klangideal an. Aber auch das verändert sich, je länger wir zusammen spielen. Und das ist vielleicht das Schönste daran: Es gibt nie eine Stagnation, es bleibt alles in Bewegung, wenn man zu dritt ist. |
Was erwartet uns auf Eurer dritten CD, die im Spätsommer erscheint?
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Auf der CD werden die zwei Trios von Dimitri Schostakowitsch und das Werk des lettischen Komponisten Peteris Vasks „Episodi e canto perpetuo“ zu hören sein. Es sind drei Stücke, die einen starken Eindruck bei uns hinterlassen haben. Es ist hinterfragende Musik, es geht um Trauer und Wut, aber auch um Hoffnung und Erlösung. Herr Vasks ist noch vor der Aufnahme bei uns in Berlin vorbeigekommen, um sein Werk mit uns zu besprechen, wodurch sich unser Verständnis dafür noch einmal vertieft hat. |
Warum heißt Ihr Boulanger Trio?
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„Wir benennen uns nach den Schwestern Nadia Boulanger (1887-1979) und Lili Boulanger (1893-1918), zwei großartigen Persönlichkeiten aus einer Pariser Künstlerfamilie. Die ganze Familie war sehr musikalisch, die beiden Schwestern aber waren Ausnahmeerscheinungen. Nadia war eine der wichtigsten Pädagoginnen ihrer Zeit. Nicht nur als Theoretikerin, sondern auch durch ihre starke Liebe zur Musik und ihre charismatische Persönlichkeit hat sie Generationen von Komponisten und Interpreten geprägt. |
Widmet Ihr Euch mittlerweile schwerpunktmäßig der zeitgenössischen Musik?
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Nein. Wir spielen zwar sehr gern und auch oft zeitgenössische Musik, aber wir spielen sie nicht mehr als die Werke anderer Epochen. Für uns gehört die zeitgenössische Musik ganz selbstverständlich ins Repertoire. Sie repräsentiert ja die Zeit, in der wir leben. Und wir freuen uns immer wieder, wenn wir für Uraufführungen gefragt und zu Neue Musik-Festivals eingeladen werden - vor allem die Arbeit mit den Komponisten selbst macht uns immer wieder großen Spaß. Aber deshalb würden wir niemals Mozart oder Brahms vernachlässigen! |